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Grundlagen

QR-Rechnung Schweiz: Der komplette Guide für Unternehmen 2025

Der rote Einzahlungsschein ist Geschichte. Seit 2022 gilt in der Schweiz nur noch die QR-Rechnung. Alles was du über Swiss QR-Code, IBAN und die korrekte Umsetzung wissen musst.

Thomas Müller · ·12 Min Lesezeit

Der rote und der orange Einzahlungsschein gehören der Vergangenheit an. Seit dem 30. September 2022 akzeptieren Schweizer Banken ausschliesslich die QR-Rechnung. Für Unternehmen, die in der Schweiz oder mit Schweizer Kunden arbeiten, ist das Thema damit Pflicht. In diesem Guide erfährst du alles, was du über die QR-Rechnung wissen musst - von den technischen Anforderungen bis zur praktischen Umsetzung.

Was ist die QR-Rechnung?

Die QR-Rechnung ist der moderne Schweizer Standard für Zahlungen. Sie ersetzt die bisherigen Einzahlungsscheine (ESR, ES) durch einen einheitlichen Zahlungsteil mit integriertem Swiss QR-Code.

Der QR-Code enthält alle zahlungsrelevanten Informationen in maschinenlesbarer Form:

  • IBAN des Empfängers
  • Betrag und Währung (CHF oder EUR)
  • Name und Adresse des Zahlungsempfängers
  • Referenznummer (optional)
  • Zusätzliche Informationen

Das Besondere: Kunden können den QR-Code einfach mit ihrer Banking-App scannen. Alle Daten werden automatisch übernommen - Tippfehler und manuelle Eingaben gehören der Vergangenheit an.

Warum wurde die QR-Rechnung eingeführt?

Die Umstellung auf die QR-Rechnung war Teil der Harmonisierung des Schweizer Zahlungsverkehrs (ISO 20022). Die wichtigsten Gründe:

Effizienz: Der QR-Code ermöglicht die vollautomatische Verarbeitung von Zahlungen. Keine manuellen Eingaben, keine Lesefehler.

Flexibilität: Anders als die alten Einzahlungsscheine unterstützt die QR-Rechnung sowohl CHF als auch EUR. Internationale Geschäfte werden einfacher.

Zukunftssicherheit: Der Standard basiert auf internationalen Normen und ist für weitere Entwicklungen offen.

Kostenreduktion: Weniger manuelle Verarbeitung bedeutet geringere Kosten - sowohl bei Banken als auch bei Unternehmen.

Aufbau der QR-Rechnung

Eine QR-Rechnung besteht aus zwei Teilen, die unten auf der Rechnung platziert werden:

Empfangsschein (links)

Der Empfangsschein ist 62 mm breit und dient als Quittung für Zahlungen am Postschalter. Er enthält:

  • Konto (IBAN)
  • Zahlbar an (Empfänger)
  • Referenz (falls vorhanden)
  • Zahlbar durch (Zahlungspflichtiger, falls bekannt)
  • Betrag
  • Annahmestelle

Zahlteil (rechts)

Der Zahlteil ist 148 mm breit und enthält alle Informationen für die elektronische Zahlung:

  • Swiss QR-Code (46 × 46 mm)
  • Betrag
  • Konto (IBAN)
  • Referenz
  • Zusätzliche Informationen
  • Zahlbar durch

Wichtig: Die Masse und Positionen sind genau definiert. Der QR-Code muss immer 46 × 46 mm gross sein und an der vorgeschriebenen Position stehen. Abweichungen können dazu führen, dass die Rechnung nicht verarbeitet werden kann.

Die drei Varianten der QR-Rechnung

Je nach Anwendungsfall gibt es drei Varianten:

1. QR-Rechnung mit QR-Referenz

Diese Variante entspricht dem bisherigen orangen Einzahlungsschein (ESR). Sie nutzt eine 27-stellige Referenznummer, die der Empfänger selbst vergibt.

Vorteile:

  • Einfache Zuordnung eingehender Zahlungen
  • Bewährtes System, das viele Unternehmen bereits kennen
  • Optimal für wiederkehrende Rechnungen

Voraussetzung: QR-IBAN (spezielle IBAN, die mit QR beginnt)

2. QR-Rechnung mit Creditor Reference (SCOR)

Diese internationale Variante nutzt die ISO-11649-Referenz. Sie eignet sich besonders für Unternehmen mit internationalen Kunden.

Vorteile:

  • International standardisiert
  • Funktioniert auch für SEPA-Zahlungen
  • Prüfziffer für Fehlerkorrektur

Voraussetzung: Normale IBAN

3. QR-Rechnung ohne Referenz

Die einfachste Variante - ohne Referenznummer. Der Zahlungspflichtige wird im Feld "Zusätzliche Informationen" identifiziert.

Geeignet für:

  • Einmalige Zahlungen
  • Spenden
  • Situationen, in denen keine automatische Zuordnung nötig ist

Voraussetzung: Normale IBAN

VarianteReferenzIBAN-TypAutomatische Zuordnung
QR-Referenz27-stelligQR-IBANJa, sehr gut
SCORISO 11649Normale IBANJa, gut
Ohne ReferenzKeineNormale IBANNur manuell

Technische Anforderungen

Der Swiss QR-Code

Der QR-Code muss exakt den Spezifikationen entsprechen:

  • Grösse: 46 × 46 mm (ohne Randzone)
  • Ruhezone: Mindestens 5 mm weisser Rand um den Code
  • Fehlerkorrektur: Level M (15% Redundanz)
  • Schweizer Kreuz: Mittig im QR-Code platziert

Der QR-Code enthält strukturierte Daten im UTF-8-Format:


SPC (Header)
0200 (Version)
1 (Coding Type)
CH4431999123000889012 (IBAN)
S (Adresstyp)
Muster AG (Name)
Musterstrasse 1 (Strasse)
8000 (PLZ)
Zürich (Ort)
CH (Land)
...

Papier und Druck

  • Papierformat: A4 oder A5
  • Perforation: Der Zahlteil muss abtrennbar sein (Perforation oder Schnittmarken)
  • Druckqualität: Mindestens 300 dpi für den QR-Code
  • Farbe: Schwarz auf weiss (keine farbigen QR-Codes)

Schriftarten

Für die Textangaben sind nur bestimmte Schriftarten erlaubt:

  • Arial
  • Frutiger
  • Helvetica
  • Liberation Sans

So erstellst du QR-Rechnungen

Manuelle Erstellung

Für einzelne Rechnungen bietet die PostFinance einen kostenlosen QR-Generator an. Für regelmässige Rechnungen ist das aber zu aufwändig.

Mit Buchhaltungssoftware

Die meisten Schweizer Buchhaltungsprogramme unterstützen QR-Rechnungen:

  • Bexio
  • Abacus
  • Run my Accounts
  • Klara

Mit Clever Invoice

Mit Clever Invoice erstellst du QR-Rechnungen automatisch. Du gibst einfach deine Rechnungsdaten ein - oder diktierst sie per Sprache - und das System generiert den korrekten Swiss QR-Code.

So funktioniert's:

  1. Erstelle dein Konto und hinterlege deine Schweizer IBAN
  2. Erstelle eine Rechnung (manuell, per Chat oder Spracheingabe)
  3. Der QR-Zahlungsteil wird automatisch generiert
  4. Lade die PDF herunter oder versende sie direkt

Das Besondere: Clever Invoice erstellt automatisch die korrekte QR-Rechnung nach Schweizer Standard - inklusive Empfangsschein, Swiss QR-Code und allen Pflichtangaben.

Tipp: Mit Clever Invoice für die Schweiz erstellst du QR-Rechnungen in Sekunden. Einfach Rechnung schreiben - der Rest passiert automatisch.

Häufige Fehler vermeiden

1. Falsche IBAN verwenden

Für QR-Rechnungen mit QR-Referenz benötigst du eine spezielle QR-IBAN. Diese erhältst du von deiner Bank. Eine normale IBAN funktioniert nur für Rechnungen mit SCOR-Referenz oder ohne Referenz.

2. QR-Code zu klein oder verzerrt

Der QR-Code muss exakt 46 × 46 mm gross sein. Kleinere oder verzerrte Codes können von Banking-Apps nicht gelesen werden.

3. Fehlende Perforation

Wenn du Rechnungen selbst druckst, achte auf die Perforation oder Schnittmarken. Ohne diese ist die Rechnung technisch ungültig.

4. Falsche Positionierung

Der Zahlteil muss am unteren Rand der Rechnung stehen. Die Masse sind genau vorgeschrieben - halte dich daran.

5. Zusatzinformationen vergessen

Das Feld "Zusätzliche Informationen" kann für Mitteilungen an den Zahlungsempfänger genutzt werden. Vergiss nicht, hier wichtige Hinweise wie Rechnungsnummer oder Bestellreferenz einzutragen.

QR-Rechnung und internationale Kunden

Die QR-Rechnung ist ein Schweizer Standard und wird primär von Schweizer Banken unterstützt. Für internationale Kunden gibt es folgende Optionen:

EU-Kunden: Können die Zahlung als SEPA-Überweisung ausführen. Die IBAN und der Betrag aus dem QR-Code funktionieren auch für Auslandsüberweisungen.

Andere Länder: Hier ist eine klassische Banküberweisung mit IBAN und BIC nötig. Die QR-Rechnung enthält alle dafür nötigen Informationen.

TWINT-Integration: Einige Anbieter ermöglichen auch die Zahlung per TWINT direkt aus dem QR-Code heraus.

Checkliste: QR-Rechnung richtig umsetzen

✅ QR-IBAN bei der Bank beantragen (für QR-Referenz)

✅ Software mit QR-Rechnungs-Unterstützung einsetzen

✅ Testrechnung erstellen und mit Banking-App prüfen

✅ Druckqualität kontrollieren (QR-Code muss scharf sein)

✅ Perforation oder Schnittmarken nicht vergessen

✅ Referenznummern-System für Debitorenbuchhaltung einrichten

✅ Mitarbeiter über neues Format informieren

Fazit: QR-Rechnung ist Pflicht - und eine Chance

Die Umstellung auf die QR-Rechnung ist für Schweizer Unternehmen keine Option, sondern Pflicht. Aber sie ist auch eine Chance: Schnellere Zahlungen, weniger Fehler und ein professionelles Erscheinungsbild.

Mit der richtigen Software ist die Umsetzung einfach. Du erstellst deine Rechnungen wie gewohnt - die QR-Rechnung wird automatisch generiert. Deine Kunden scannen den Code mit ihrer Banking-App und bezahlen in Sekunden. Keine Tippfehler, keine Zahlungsausfälle durch falsche Kontonummern.

Jetzt starten: Mit Clever Invoice erstellst du QR-Rechnungen in Sekunden - vollautomatisch, rechtskonform und professionell. Kostenlos registrieren und sofort loslegen.

Häufige Fragen

Was ist eine QR-Rechnung?

Die QR-Rechnung ist der Schweizer Standard für Zahlungen, der die alten roten und orangen Einzahlungsscheine ersetzt hat. Sie enthält einen Swiss QR-Code mit allen zahlungsrelevanten Informationen, der von Banking-Apps gescannt werden kann.

Seit wann gilt die QR-Rechnung in der Schweiz?

Die QR-Rechnung ist seit dem 30. Juni 2020 gültig. Seit dem 30. September 2022 werden die alten Einzahlungsscheine (ESR, ES) nicht mehr akzeptiert - die QR-Rechnung ist somit der einzige gültige Standard.

Was ist der Unterschied zwischen QR-IBAN und normaler IBAN?

Die QR-IBAN ist eine spezielle IBAN, die für QR-Rechnungen mit QR-Referenz benötigt wird. Sie ermöglicht die automatische Zuordnung eingehender Zahlungen. Für QR-Rechnungen ohne Referenz oder mit SCOR-Referenz genügt eine normale IBAN.

Wie gross muss der QR-Code auf der Rechnung sein?

Der Swiss QR-Code muss exakt 46 × 46 mm gross sein (ohne Ruhezone). Die weisse Ruhezone um den Code muss mindestens 5 mm betragen. Abweichungen können dazu führen, dass der Code nicht gelesen werden kann.

Kann ich QR-Rechnungen auch für Euro-Zahlungen nutzen?

Ja, die QR-Rechnung unterstützt sowohl CHF als auch EUR als Währung. Das war einer der Vorteile gegenüber den alten Einzahlungsscheinen, die nur CHF unterstützten.

Wie erstelle ich eine QR-Rechnung?

Du kannst QR-Rechnungen mit spezialisierter Software wie Clever Invoice, Bexio oder anderen Buchhaltungsprogrammen erstellen. Für einzelne Rechnungen bietet die PostFinance auch einen kostenlosen Online-Generator an.

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