Manchmal kann ein Kunde den Rechnungsbetrag nicht auf einmal zahlen. Eine Ratenzahlungsvereinbarung kann dann die Lösung sein - für beide Seiten. So gehst du dabei vor.
Wann ist Ratenzahlung sinnvoll?
Für dich als Anbieter
- Kundenbindung: Flexible Zahlungsoptionen können ein Verkaufsargument sein
- Höhere Aufträge: Kunden bestellen mehr, wenn sie in Raten zahlen können
- Weniger Zahlungsausfälle: Lieber Raten als gar keine Zahlung
Für den Kunden
- Liquiditätsschonung: Größere Investitionen werden tragbar
- Planbarkeit: Monatlich gleichbleibende Beträge
- Sofortige Nutzung: Ware oder Leistung sofort, Zahlung verteilt
Ratenzahlung richtig vereinbaren
Schriftliche Vereinbarung
Eine Ratenzahlungsvereinbarung sollte immer schriftlich erfolgen. Sie enthält:
- Gesamtbetrag der Forderung
- Anzahl der Raten
- Höhe der einzelnen Raten
- Fälligkeitstermine
- Ggf. Zinsen oder Gebühren
- Konsequenzen bei Zahlungsverzug
Muster Ratenzahlungsvereinbarung
RATENZAHLUNGSVEREINBARUNG
Zwischen [Dein Unternehmen] und [Kunde]
Bezüglich: Rechnung Nr. 2025-089 vom 01.11.2025
Gesamtbetrag: 3.000,00 €
Die Parteien vereinbaren folgende Ratenzahlung:
Rate 1: 500,00 € fällig am 15.11.2025
Rate 2: 500,00 € fällig am 15.12.2025
Rate 3: 500,00 € fällig am 15.01.2026
Rate 4: 500,00 € fällig am 15.02.2026
Rate 5: 500,00 € fällig am 15.03.2026
Rate 6: 500,00 € fällig am 15.04.2026
Bei Verzug einer Rate wird der gesamte Restbetrag sofort fällig.
[Unterschriften]
Zinsen bei Ratenzahlung
Du kannst für die Ratenzahlung Zinsen berechnen - schließlich gewährst du dem Kunden einen Kredit. Üblich sind:
- Im B2B-Bereich: 8-12% p.a. über dem Basiszinssatz
- Im B2C-Bereich: Effektivzins muss angegeben werden (Verbraucherschutz)
Wichtig bei Verbrauchern: Bei Ratenzahlung mit Zinsen greifen die Vorschriften für Verbraucherkredite (§§ 491 ff. BGB). Lass dich im Zweifel rechtlich beraten.
Risiken minimieren
1. Bonitätsprüfung
Bevor du Ratenzahlung anbietest, prüfe die Zahlungsfähigkeit des Kunden. Bei Neukunden: Anzahlung verlangen.
2. Eigentumsvorbehalt
Bis zur vollständigen Bezahlung bleibt die Ware dein Eigentum. Das muss in den AGB oder der Vereinbarung stehen.
3. Sofortige Fälligkeit bei Verzug
Vereinbare, dass bei Ausbleiben einer Rate der gesamte Restbetrag sofort fällig wird (Verfallklausel).
4. Lastschriftverfahren
Lass dir eine SEPA-Lastschriftermächtigung geben. So holst du dir das Geld aktiv, statt auf Überweisungen zu warten.
Buchhalterische Behandlung
Umsatzsteuer
Die Umsatzsteuer wird grundsätzlich bei Leistungserbringung fällig - nicht erst bei Zahlungseingang (bei Soll-Versteuerung). Die Ratenzahlung ändert daran nichts.
Forderungen
Buche die Gesamtforderung als Debitor. Mit jeder Rate reduziert sich der offene Posten.
Alternativen zur Ratenzahlung
Factoring
Du verkaufst die Forderung an einen Factoring-Anbieter und bekommst sofort Geld. Der Kunde zahlt in Raten an den Factor.
Finanzierung durch Dritte
Externe Anbieter (z.B. Klarna, PayPal Ratenzahlung) übernehmen das Risiko. Du bekommst den vollen Betrag, der Kunde zahlt an den Anbieter.
Fazit
Ratenzahlung kann ein sinnvolles Instrument sein - wenn du die Risiken kennst und absicherst. Eine schriftliche Vereinbarung, Eigentumsvorbehalt und Lastschriftverfahren schützen dich vor Zahlungsausfällen.